Kantorei & Singgemeinschaft

Barock / Klassik / Romantik

Fete de la musique und die Enthüllung einer Gedenktafel am Gebäude Harzstraße 20 – wie passt das zusammen? „Über 200 Jahre… hat sich aus dem Hause am Neuen Thore ein reicher Strom musikalischen Lebens befruchtend in unsere Stadt ergossen“, schreibt der Chronist Wilhelm Sievers über das ehemalige Kantorenhaus, der Wohn- und Wirkungsstätte Blankenburger Subkonrektoren, Kantoren und Organisten. Hier wohnte und arbeitete als Musikpädagoge, Musikschriftsteller und Kirchenmusiker Heinrich Sattler (1811 – 1861). Er gründete den Mozartverein, ein Musikinstitut, vor allem aber die Liedertafel (einen Männerchor) sowie den Gesangverein (einen Frauenchor), auf die die heutige Singgemeinschaft zurückgeht. 1838 veranstaltete er ein großes Musik – und Gesangfest, zu dem mehr als 20 Städte Abgeordnete schickten, u.a. Berlin, Hamburg, Bremen, sogar Prag. Die Gespanne standen „bis halb nach dem Pfeiffenkruge“. In einer Musikzeitschrift Ende des 19. Jhdts. konnte man lesen: „Die großen Musiker seiner Zeit, Liszt, Wagner, Mendelssohn… hielten ihre Blicke auf die anmutige Harzstadt gerichtet.“ Sattler stand mit ihnen im Briefwechsel und empfing ihre Besuche im Kantorenhaus.

Auch seine Nachfolger bemühten sich, aus der kleinstädtischen Enge einem größeren Wirkungskreis zuzustreben, so der Kantor und Organist Wilhelm Schreiber, der den älteren Gemeindemitgliedern noch bekannt sein dürfte und der als letzter Kirchenmusiker hier wohnte.

Die Geschichte des Hauses und das Wirken ihrer Bewohner sind also der Grund für ein kleines Festkonzert am Sonntag, dem 21. Juni 2015. um 15.00 Uhr in der Bartholomäuskirche mit anschließender Enthüllung einer Gedenktafel am Kantorenhaus.

Die Blankenburger Singgemeinschaft und die Kantorei werden u.a. eine Komposition Heinrich Sattlers vortragen. Und das im Rahmen der Fete de la musique.


 

Die Blankenburger Kantorei ist ein gemischter Chor der Evangelischen Kirchgemeinde. Unter der Leitung von Kantor Jürgen Opfermann probt sie wöchentlich 90 Minuten für Gottesdienste, Konzerte und andere Gelegenheiten. Zurzeit besteht sie aus etwa 35 Sängerinnen und Sänger, die aber jederzeit für Nachwuchs offen sind. Es werden 10-15 Festgottesdienste im Jahr gestaltet, oft gemeinsam mit dem Posaunenchor. Ein besonderes Konzert ist die seit vielen Jahren vor den Sommerferien stattfindende „Kleine Nachtmusik“.

Jährlich erklingen außerdem zwei Konzerte mit Solisten und Orchester, häufig in Zusammenarbeit mit anderen Kantoreien, u.a. mit der Neinstedter und Wernigerödern Kantorei, oder dem Kirchenchor aus Dingelstädt. In diesen Konzerten werden seit 1988 regelmäßig Oratorien, Messen und Kantaten aufgeführt, zum Beispiel J.S.Bachs „Weihnachtsoratorium“, das „Oratorio de Noel“ von Camille Saint-Saens, W.A.Mozarts „Krönungsmesse“, das „Te Deum von Marc-Antoine Charpentier und vieles mehr. Seit 2000 gestalten die Kantorei diese Aufführungen zusammen mit dem vor über 60 Jahren von Eitelfriedrich Thom gegründeten Telemann-Kammerorchester Michaelstein.
Auch aus der katholischen Gemeinde Blankenburgs singen schon seit vielen Jahren Sängerinnen und Sänger in der Kantorei mit, sowohl in Konzerten wie in Gottesdiensten.